Montag, 24. November 2014

Was ist mit Kobane?



Vor einem Monat war die syrisch-kurdische Stadt Kobane in allen Medien. Die Grenzstadt zur Türkei war das Symbol für den Kampf gegen den Islamischen Staat (IS). Die Kämpfe dauern bis heute an. Angeblich sind durch alliiertes Bombardement 900 Kämpfer des ISgetötet worden. Damit dürfte der IS dezimiert sein. Doch Kobane ist nicht mehr in den Medien. Scheinbar zieht das Thema nicht mehr. Dafür wächst der Wikipedia-Artikel über den Kampf um Kobane kontinuierlich an. So viele Informationen findet man über kaum eine andere Schlacht.

Doch mittlerweile haben deutsche Medien ein neues Symbol im Kampf gegen den IS gefunden. Die nordsyrische Stadt Derik. Diese Stadt wird überwiegend von muslimischen Kurden bewohnt, hat aber eine starke christliche Minderheit.

Ja, der Glauben erzeugt scheinbar Solidarität.

Die Doppelmoral



Mein Trainer ist ein Öko, aber nicht parteipolitisch gebunden. Das ist nicht weiter wild. Doch manchmal ist der Ökologismus ziemlich missionarisch. Auch nicht schlimm. Aber jedenfalls tragen Grüne und Ökos immer den Glauben in sich, die alleinige und absolute Wahrheit zu verkörpern. Wie gesagt ist mein Trainer harmlos. Wenn er zum Essen einladet und kocht, hat er genau berechnet, wie weil tierische Produkte jeder zu sich nimmt. 250 Gramm Fleisch pro Person gilt als gut. Dabei orientiert er sich am Durchschnittswert, was Nahrungswissenschaftler und Mediziner empfehlen. Doch kann ein Individuum jemals durchschnittlich sein? Diesen Gedanken finde ich lustig.

Zumindest verkörpert mein Trainer die ganze grüne Ideologie gesamtheitlich ehrlich. Er fliegt nämlich nie in den Urlaub. Berufsbedingt muss er zwar regelmäßig Flugzeuge besteigen, aber bei seiner privaten Öko-Bilanz passt er auf. Das finde ich ehrlich und gut.

Allerdings habe ich einen Kollegen, der bei Bündnis‘90/Den Grünen mitmacht und auf kommunaler Ebene mitwirkt. Dieser besagte Kollege war letztens im Urlaub. Also fragte ich ihn nach seiner Rückkehr, wo er war. „Spanien.“ Anschließend fragte ich ihn, wie er es fand. „Gut“, es folgte eine Beschreibung des Urlaubs. Abschließend wollte ich noch misstrauischerweise erfahren, wie er nach Spanien gelangte: „Bist Du mit Auto, Bahn oder Flugzeug nach Spanien?“ Er ist geflogen. Nun wollte ich doch noch wissen, wie er das mit seinem grünen Bewusstsein vereinbaren könne. „Ich spare das ganze Jahr über an CO₂-Emissionen, so dass ich mir den Urlaub besten Gewissens leisten konnte.“

Und so verwundert mich eine Studie zum Reiseverhalten der Grünen auch nicht, die vor zwei Woche veröffentlicht wurde. Aus dem Bericht ging hervor, dass die Grünenwähler am meisten und am liebsten ins Flugzeug steigen. SPIEGEL Online nannte das spöttisch: „Bahn predigen, Business fliegen“. Das ist Doppelmoral.

Sonntag, 23. November 2014

Visionen aus der Mitte



Helmut Schmidt sagte einmal: „Wer eine Vision hat, soll zum Arzt gehen.“ Der Grund für die Aussage kann Schmidt nicht mehr genau erklären. Angeblich war es „eine pampige Antwort auf eine dusselige Frage.“ Scheinbar mag Schmidt doch ab und an ‘mal eine Vision.

Doch welche Vision soll die SPD verkörpern und vertreten? Links steht die Linke und schreitet mit Forderungen voran, die sich die zaghafte SPD erst einmal nicht zutrauen möchte. Rechts von ihr steht die Union mit scheinbar politischer Gleichgültigkeit. Und neben der SPD stehen die Grünen, denen der Atom- und Kohleausstieg nicht schnell genug geht. Bis auf die SPD sind das derzeit alles originäre Parteien. Zwar bedienen sich diese Parteien auch bei den Inhalten der anderen, aber nur die SPD steht ohne wirklich eigenes Konzept da.

Wie auch? In der Mitte ist ja auch kein Platz. Da wird man zerrissen zwischen Gleichgültigkeit und Mut. Wie will da die SPD jemals wieder bedeutende Wahlen gewinnen? Mit Hannelore Kraft aus Nordrhein-Westfalen klappt das sicherlich, weil sie dem dortigen Naturell entspricht. Vielleicht bedarf es eines Kandidaten mit bayrischem oder sächsischem Idiom, um endlich einmal eine Wahl in Bayern oder Sachsen gewinnen zu können. Doch das ist nur bedingt mutig, aber nicht kosmopolitisch, wie die SPD gern sein möchte. So versucht die Sozialdemokratie gerade städtische Wählerschaften anzusprechen, da wirkt ein regionaler Dialekt hinterwäldlerisch. Außerdem sind gerade die Grünen in den Städten stark, weil sie die ländliche Sehnsucht der bequemen Städter bedienen können.

Wie die FDP an Bedeutung verlor, weil die Wähler kein Irgendetwas zwischen Gemütlichkeit und Fortschritt wollte, wird es auch der SPD ergehen. Einziges Gegenmittel: Visionen! Sonst geht eine nette, alte Partei bald verloren.

Romantik



Gerade höre ich Robbie Williams Album „Reality Killed the Video Star“. Ja, wirklich! Bin ich damit romantisch?

In „Stromberg – Der Film“ sagt Jennifer Schmirrmann (gespielt von Milena Dreißig): „Romantisch… Ooooh, Gooottt… Ich glaub‘, Männer wissen gar nicht richtig, was das überhaupt ist – romantisch. Außerhalb von ‘nem Kamin ist ‘n Feuer ja auch nicht unbedingt romantisch, sondern eben manchmal nur ‘n Schadensfall.“

Doch wissen Frauen überhaupt, was Romantik ist? Ich bin absolut kein Incel. Der Begriff steht für Involuntary Celebacy, also unfreiwilliges Zölibat. Aber irgendwie habe ich den Eindruck, erst wenn man zauberhaft selbst zubereitetes Essen bei gedimmten Licht sowie Kerzenschein darreicht und ansonsten auch fürsorglich ist, ist man romantisch. Doch damit zwängt sich der Eindruck auf, dass Romantik die Umkehrung der Verhältnisse ist. Saß ganz früher noch der Mann im Sessel und ließ sich bedienen, wünschen sich nun scheinbar Frauen diese Rolle. Doch ist das partnerschaftlich?

Nein, also sollte endlich einmal der Begriff der Romantik einigermaßen sauber umrissen werden. Es bedarf keiner konkreten Definition, weil das unmöglich und nicht persönlich wäre. Aber Romantik einzufordern und gleichzeitig ungenügsam zu sein, ist auch nicht romantisch. Also haben auch Frauen keine Ahnung von Romantik, wenn sie davon sprechen.

Virenalarm



Die kalte Jahreszeit kommt. Und jetzt auch noch ein Virenalarm. Allerdings geht es nicht um gesundheitsschädliche Krankheitserreger, sondern um Computerviren.

Letzten hatte ich denk BKA-Virus auf meinem Computer, eine wirklich üble Sache. Dabei war die ganze Sache wirklich sehr schlecht gemacht. Darin wimmelte es von Rechtschreibfehlern, obwohl man diese auch in tatsächlichen Behördenschreiben nicht selten findet. Stutzig wird man nur, weil das Vorgehen dumm und dreist zugleich ist. Dumm, weil beispielsweise der Bundesnachrichtendienst nicht Bundesbürger im Inland zur Aufgabe hat. Und dreist, weil Behörden grundsätzlich Briefe verschicken.
 
Gestern traf mich eine andere Abzocke. Eine sogenannte Abo-Falle. Ich erhielt eine SMS mit mir nicht bekannter Rufnummer. Darin stand die Nachricht, dass ich eine MMS erhielt, deren Speichergröße meine Speicherkapazitäten überstiegen. Das kann gut sein, weil diese Nachricht nicht auf ein Smartphone ging. Ich dachte nur, vielleicht schickte meine Mutter auch nur versehentlich ein Video von meinem Vater, wie er an seinem neuen Klavier spielte. Auch möglich. Also machte ich eine kleine Überprüfung und gab nicht meine tatsächliche Identität an. Allerdings meine Rufnummer. Als ich mich einloggte, sah ich einen Porno. Absolut nicht mein Fall, denn Catwoman mit Dildo ist nichts für mich. Also startete ich eine Überprüfung der Website. Und siehe da: Abo-Falle! Also schnell alles widerrufen und E-Mail schreiben, in der ich um Löschung bat. Reaktionen blieben gänzlich aus, sowohl beim Widerruf als auch bei der Mail.

Doch woher haben diese Verbrecher meine Nummer? Also habe ich schnell meine letzten Kontakte verständigt. Doch keiner wollte es gewesen sein. „Pornos? Ich doch nicht!“ Dabei wollte ich niemanden verurteilen, sondern nur warnen. Außerdem muss man diese Abo-Falle nicht unbedingt als Kettenbrief verstehen. Es reicht auch nur die Abschöpfung des Telefonbuchs, um Rufnummern erlangen zu können.

Und darin sind Smartphones sehr anfällig. Beim Computer hat mittlerweile jeder begriffen, dass es einer Firewall sowie Anti-Schadsoftware-Programme bedarf. Doch das Smartphone kommt scheinbar gänzlich ohne aus. Gern schreien wir nach mehr Datenschutz und sind doch zu leichtfertig. Ich auch?