Wochenenden sind bekanntlich
lang. Da bedarf es eines Unterhaltungsprogramms. Alles kein Problem. Ich gucke
leidenschaftlich gern Komödien, also ab DVDs ausleihen. Dazu fuhr ich zum
Novum. Jetzt sagen einige: „Oho, Novum?! Das ist doch ein Sexshop!“ Ja, aber da
gibt es Spielfilme, die unschlagbar günstig für 1,00 € am Tag verliehen werden.
Außerdem kriegt man drei Filme für zwei. Toll, nicht?
Nun fragen einige: „Und war da
nicht mehr? Ist doch ein Sexshop!“ Nein, ich habe mir „Grand Budapest Hotel“, „American
Hustle“, „Monuments Men“, „Stromberg – Der Film“, „Vaterfreuden“ sowie „Nicht
mein Tag“ ausgeliehen. Und selbst wenn ich mir irgendwelche anderen Artikel ausgeliehen
oder gekauft hätte, so stellt das doch keine Sünde dar. Ich erachte einen
Besuch im Sexshop oder den Erwerb von Produkten aus einem solchen Laden nicht
als moralisch verwerflich. Aber egal.
Jedenfalls war ich da heute im
besagten Laden, und es war wie immer sehr interessant. Im Eingangsbereich saß
wieder ein alter, männlicher Rentner. Rauchend beim Kaffee. Irgendwie sah ich bei
allen drei Besuchen in diesem Geschäft bislang solche Männer, wie sie rauchend
in der Ecke Kaffee tranken. Gucken die sich keine Pornos an, oder wollen die
sich nichts kaufen? Scheinbar wollen die einfach nur ihre Ruhe von ihren
langjährigen Ehefrauen haben. Denn im Vergleich zur Eckkneipe vermutet man die
alten Männer nicht in einem Sexshop.

Der Kassiererin, die mich unwissend
aufgrund unserer gemeinsamen Herkunft bei der damaligen Erstregistrierung auf
meine Heimatstadt ansprach, bin ich nun nach drei unverdächtigen Besuchen suspekt.
Kein Porno, kein Sexspielzeug, kein Kinobesuch. Ja, so ist es halt.
Beim Rausgehen ging es aber auch
heiter weiter. Denn da erblickte ich ein Rentnerehepärchen. Graue Haare, beige
Allzweckjacken und beide vermutlich Mitte 70. Stöberten die beiden bei den
Stringtangas herum? Nein, sexy rote Unterwäsche zu grau-brauner Kleidung passt
ja irgendwie nicht. Also schaute ich noch einmal hin. Die guckten sich gerade die
Vibratoren an. Da stellte sich mir die Frage, für wen dieses Sexspielzeug wohl
bestimmt ist. Für sie, für ihn oder für beide? Hm, man weiß es nicht. Aber zu
Hause angekommen, war ich gleich um zwei Erkenntnisse reicher. In der Tüte mit
den sechs Spielfilmen lag nämlich eine Werbung.

Man kann also das Teil nicht nur
über den Computer steuern, nein, das Rentnerpärchen war auf Schnäppchenjagd. Es
ist ja nun auch bald Weihnachten. Und da müssen ja alle aus der Familie
ordentlich beschenkt werden. Socken, Krawatten und Küchenzubehör sind doch alles
einfallslose Geschenke und vollkommen out! Sicherlich freut sich die Tochter,
der Sohn oder eines der Enkelkinder über den Vibrator unter dem Weihnachtsbaum.
Das nenne ich doch ‘mal eine tolle Idee. Wie dieses alte Pärchen an ihre
liebsten denkt, ist doch nun wirklich sehr liebreizend. Und ist Weihnachten
nicht auch das Fest der Liebe? Zumindest dem neuen Eigentümer soll der Vibrator
große Freuden bereitet. Und davon kann man sicherlich ausgehen.
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