Dienstag, 8. September 2015

Die Pathologie eines Grünen



Bündnis‘90/Die Grünen sind eine der großen bundesdeutschen Parteien. Sie sind vergleichsweise erfolgreich und bedienen ihre Mitglieder durch Wohlfühlpolitik. Allerdings weisen die Grünen kein geschlossen ideologisches Weltbild auf. Vielmehr speist sich deren Weltbild aus Bruchstücken von zahlreichen anderen Weltanschauungen. Und so reicht das Politikverständnis eines Grünen lediglich von punktuell interessiert bis punktuell versiert. Folglich ist deren Weltbild ideologisches Stückwerk.
Maßgeblich für einen Grünen ist ein positives Menschenbild, wobei sie die Welt schwarzweißmalerisch in Gut und Böse aufteilen. Dass jedoch ein Mensch nicht nach diesen Kriterien handelt, ist ihnen nicht bewusst.

Und so fragen sich viele Grüne, warum die deutsche Gesellschaft bei der aktuellen Flüchtlingskrise so versagt. „Ich verstehe das nicht. Wie kann man nur so handeln? Ich verstehe es nicht, ich verstehe es einfach nicht. Wie kann man nur so handeln?“, das ist das aktuelle Mantra vieler Grünen. Es ist sehr löblich, dass sie vergleichsweise fortschrittlich denken und nicht achselzuckend die Flüchtlingsproblematik hinnehmen. Doch Jammern hilft auch nicht. Doch das korreliert mit dem geringen Politikverständnis der Grünen.

So wollten viele Bundespolitiker – auch die Grünen – die Flüchtlingskrise anfänglich nicht in ihrer Fülle erkennen. Einerseits beklagten sie die Toten im Mittelmeer, andererseits erkannten sie nicht, dass viele Flüchtlinge nach Deutschland wollten. Und so wurden die Schätzungen von Bundesinnenminister Thomas de Maizière kritiklos hingenommen. Erst 400 000 und später 800 000 Flüchtlinge. Genauso der ständige Verweis auf das Dublin-Abkommen wurde anfänglich nicht kritisiert. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich rechtspopulistische Scharfmacher wie der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán den deutschen Hickhack zunutze machen. Durch diese politische Unbeholfenheit wurde die Flüchtlingsproblematik auf die kommunale Ebene gespült. Folglich engagieren sich zahlreiche Ehrenamtliche vor Ort. Und die Grünen schauen zu und jammern weiter.

Dass Kasernen als Erstaufnahmelager derzeit nicht genutzt werden können? „Wie kann man nur?“ Dabei spielen in diesen Sachverhalt verschiedene Punkte mit rein. So haben die Bundespolitiker die Flüchtlingswelle nach Deutschland allzu gern und viel zu lange nicht wahrhaben wollen und damit entscheidende Schritte versäumt. Außerdem unterliegen Kasernen und Flüchtlingsheime unterschiedlicher Brandschutzordnung. Diese haben in Anbetracht der steigenden Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte ihre Berechtigung haben. Außerdem spielen materielle Interessen ebenfalls eine große Rolle.

Im westfälischen Münster wurden viele britische Soldaten abgezogen. Dadurch wurden Kasernen frei. Dieser Umstand spielte in die Hände vieler Immobilienhändler. So etwa der Sparkasse Münsterland Ost, die Wohnungen in ehemals britischen Kasernen verkauft. Somit herrschen kaufmännische Interessen vor. Diese sind sicherlich legitim, aber menschlich fragwürdig.

Doch viele Grüne begreifen das alles nicht. Schließlich verfügen sie selbst ja über ein positives Menschenbild, weswegen auch die anderen eins haben müssen. Und wenn man keins hat, müsse man nur lang genug nachdenken, bis man endlich über eins verfügt. Die Grünen glauben also, dass sich das Menschenverständnis auf idealistische Weise daherkommt. Sie glauben, dass allein durch den guten Willen Kasernen zu Flüchtlingsunterkünften umwandeln lassen. Das zeugt von ihrem politischen und philosophischen Unwissen und Ignoranz. Sie reden viel und handeln wenig.

Und somit sind Grüne nur Gutmenschen. Doch Gutmenschen sind nicht Leute, die Gutes tun. Der Duden beschreibt Gutmenschen als „[naiver] Mensch, der sich in einer als unkritisch, übertrieben, nervtötend o. ä. empfundenen Weise im Sinne der Political Correctness verhält, sich für die Political Correctness einsetzt“.

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