Sonntag, 23. November 2014

Die grüne Bürgermeisterkandidatin



Gibt es bald nach der Wortneuschöpfung „Kanzlerin“ auch das Wort „Bürgermeisterin“? An sich eine belanglose Frage, schließlich gibt es in Deutschland bereits viele weibliche Bürgermeister. Etwa in Schwerin. Doch die Ostdeutsche Angelika Gramkow würde sich nie als Bürgermeisterin oder Ökonomin bezeichnen. Das entspricht nicht der ostdeutschen Seele, weibliche Berufsbezeichnungen mit der Wortendung „-in“ zu versehen.

Doch so etwas ist für die Grünen eine grundlegende Frage, von der scheinbar das Gemeinwohl, wenn nicht sogar das Wohl in der Welt abhängt. Und mit solchen Fragen wird sich derzeit wohl Maria Klein-Schmeink ausgiebig befassen. MKS ist momentan Bundestagsabgeordnete der Grünen und bewirbt sich außerdem um den Posten des Bürgermeisters in Münster. Im bürgerlichen Münster hat MKS gute Chancen auf das Amt. Wie sagte Renate Künast in der Nacht nach der Bundestagswahl 2005: „Wir sind eine moderne linke Partei, die für Arbeit, Umwelt und Soziales [kurz: für das AUS, eigene Anmerkung] steht. Wir vertreten die Mitte der Gesellschaft, das moderne Bürgertum, das am Gemeinwohl interessiert ist, und zugleich diejenigen, die auf Solidarität angewiesen sind.“ Links und Bürgertum? Das zeugt von ideologischen Unzulänglichkeiten innerhalb der grünen Partei, gleichzeitig begründete Künast damit sehr gut die Bürgerlichkeit ihrer Partei. Doch Künast ist mittlerweile weg vom Fenster. Nun steht MKS auf den Plan, um der Union eine weitere Großstadt zu entziehen.

Deswegen hier die Gründe, weshalb MKS unbedingt Oberbürgermeister in Münster werden sollte:

1.       Sie wird alternative Politik entwickeln, schließlich kann man auch ein alternatives Rad erfinden. (Ob das auch so rund sein wird?)

2.       MKS braucht dann keine Zweitwohnsitzsteuer mehr zahlen, die sie in Berlin so lange versäumte zu zahlen. Natürlich alles unabsichtlich!

3.       Als Antrittsgeschenk gibt es eine fette Bling-Bling-Halskette, das zu jedem Outfit und zu jedem Anlass passt.

4.       Sonntagsreden gibt es bei MKS dann tagtäglich. Und das sogar mit warmen Worten!

5.       Die Ampeln in Münster erhalten neue Farben (rot, gelb und schwarz, den Farben der anderen politischen Parteien) und wirken fortan noch verkehrsberuhigender.

6.       Als Gesundheitspolitikerin und Bürgermeisterin wird MKS nicht sonderlich auffallen. Das Gesundheitsamt erfährt vielleicht an Bedeutung, ansonsten bleibt es Themenfindung mit MKS‘ Lieblingssätzen: „Wir müssen schauen…“, „Wir müssen gucken…“ und „Wir müssen sehen…“

7.       Bei einer Wahlniederlage macht MKS den Nobert Röttgen.

Wenn das nicht gute Gründe für ihre Wahl sind?

Kommentare:

  1. Natürlich bezeichnet sich Frau Gramkow als Oberbürgermeisterin: http://www.schwerin.de/?internet_navigation_id=38&internet_inhalt_id=16.

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  2. Gute Recherchearbeit, aber entweder hat sich diese merkel'sche Floskel auch bei den Frauen der Linken durchgesetzt, das glaube ich eher weniger. Oder ein Praktikant hat einen netten Text geschrieben, der im Namen von Frau Gramkow online gestellt wurde. Das wird es wohl höchst wahrscheinlich sein, denn ab einer gewissen Herarchieebene schreibt man nicht mehr selbst, sondern lässt schreiben.
    Allerdings frage ich mich, weshalb moderne Frauen auf den weiblichen Suffix bestehen und sich damit von Menschen absondern wollen? Das würde kein Asiat, Schwarzer, Jude, Moslem oder Homosexueller machen.

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  3. Weil die deutsche Sprache nun mal eine Genusdifferenzierung zulässt.

    In diesem Video scheint es übrigens Frau Gramkows "ostdeutscher Seele" zu entsprechen, sich als Oberbürgermeisterin zu bezeichnen: https://www.youtube.com/watch?v=rgW3--l7aTY.

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  4. Dann ist aber die deutsche Sprache auch diskriminierend, wenn sie nicht weiter differenzierungsfähig ist und jedem Individuum gerecht wird. Wieso haben Frauen ein Recht auf eigenständige Bezeichnungen und beispielsweise Juden, Muslime und Schwarze nicht?

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